Der Lernerfolg wird nicht in Noten ausgedrückt

An der Montessori Grundschule wird nach den niedersächsischen Rahmenrichtlinien unterrichtet. Grundlage für die Leistungsbeurteilung sind die täglichen Arbeiten jeder Schülerin und jedes Schülers. Zur Leistungsmessung werden differenzierte Lernzielkontrollen durchgeführt, um den Lernerfolg einer Unterrichtsstunde oder einer Unterrichtseinheit zu überprüfen. Der Lernerfolg wird jedoch nicht in Noten ausgedrückt, sondern es erfolgt eine schriftliche oder mündliche Rückmeldung.

 

In allen Klassen werden Leistungen nicht mit Ziffernnoten beurteilt, da Zensuren die Motivation der Schülerinnen und Schüler von der Sachmotivation hin zur Konkurrenzorientierung verändern können und keinerlei Auskunft über die Voraussetzungen geben, unter denen die Leistung erbracht wurde. Mit Ziffernnoten würden insbesondere Kinder aus schwierigen Lebensverhältnissen benachteiligt. Zudem beinhalten Zensuren keine Analyse der Fehlerursachen und geben keine Hinweise für bessere Lernstrategien. Bei Kindern, die überwiegend schlechte Noten bekommen, kann dies die Leistungsbereitschaft dauerhaft mindern.

 

„Gegenstand des schulischen Leistungsbegriffs muss der individuelle Lernfortschritt unter Berücksichtigung seiner Rahmenbedingungen sein. Sagen wir unseren Kindern, was sie können, und versuchen wir nicht nachzuweisen, was sie nicht können. Leistungsbeurteilungen dürfen Lernprozesse nur unterstützen, sie sind nicht ihr Ziel.“ (W. Ebert, Förderung und Ermutigung – Leistung in der Grundschule)

 

Darum beurteilen wir jedes Kind vorrangig an seinen eigenen Bemühungen und seinem persönlichen Lernfortschritt. In Fach- und Jahrgangskonferenzen wird der Umfang der erwarteten Leistungen und Kompetenzen definiert, die zur Erreichung eines Klassenziels nötig sind. Die Schülerinnen und Schüler können ihre Stärken und Schwächen im Vergleich zu anderen auch ohne Noten selbst einschätzen.

 

Im Schulalltag gibt es zahlreiche Feedbackgespräche zwischen Schülerinnen und Schülern und der LehrerIn. Zur Information der Eltern über den Lernstand ihres Kindes finden Hausbesuche, Hospitationen der Eltern in der Schule und Elternsprechtage statt.

 

Zum Ende des Schuljahres erhält jedes Kind einen Lernentwicklungsbericht, dem die Eltern entnehmen können, in welchen Bereichen ihr Kind gut vorangekommen ist und wo es Schwierigkeiten beim Lernen hatte. Darüber hinaus gibt er Hilfestellung für den weiteren Lernweg.

 

Der Lernentwicklungsbericht ist als Brief an die Schülerin oder den Schüler geschrieben und wird mit jedem Kind besprochen.

Auch beim Übergang an weiterführende Schulen schreiben wir einen Entwicklungsbericht. In Klasse 3 und 4 müssen wir zusätzlich zum Lernentwicklungsbericht ein Notenzeugnis ausgeben.