Jahrgangsgemischte Klassen

„Das gesellschaftliche Leben ist darum so interessant, weil es aus so vielen verschiedenen Typen zusammengesetzt ist. Ein Haus für alte Männer oder Frauen ist etwas Trauriges. Es ist etwas total Unnatürliches, und es ist falsch, Menschen eines Lebensalters zusammen zu bringen. Es ist auch falsch, dies mit Kindern zu tun, man zerreißt den Faden des sozialen Lebens.“ (Montessori, Grundgedanken, S.96f)

 

Seit Sommer 2010 haben wir die Jahrgangsmischung 1/3 und 2/4. Der Altersunterschied von einem Jahr ermöglicht es, dass sich die Kinder gegenseitig besser helfen können. Das Motto lautet: Vom Lehrling zum Gesellen zum Meister.

 

In einer jahrgangsgemischten Klasse ändert sich die Rolle eines jeden Kindes während seiner 4-jährigen Grundschulzeit: Kommen jüngere Kinder zur bestehenden Lerngruppe hinzu, erleben auch leistungsschwache Kinder der bestehenden Gruppe einen Aufstieg, weil sie den jüngeren Kindern in einigen Bereichen überlegen sind und helfen können. Die leistungsstarken jüngeren Kinder erleben, wie es ist, nicht immer an der Spitze zu stehen. Selbstbewusstsein und Selbsteinschätzungsvermögen aller Kinder werden so gefördert. Der Schulanfang der Erstklässler wird dadurch entlastet, dass diese Kinder die Ordnungen und Regeln der Schule von ihren MitschülerInnen vorgelebt bekommen.

 

Kindern lernen gerne und gut von anderen Kindern, weil sie sich in der Sprache, im Denken und Fühlen und in ihrer Vorstellungskraft näher sind als ein Erwachsener es sein kann. (Steenberg 1997)